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Der Zirkel der Stunde
Ein Teil des Wracks steckt in der Erde und zählt noch. Der Orden hat als Einziger Zugang, versteht das Gerät nicht, liest es ab und gibt das Abgelesene als Offenbarung aus. Seine Autorität ist echt, seine Erklärung ist gelogen, und niemand sonst kann prüfen, welches von beidem stimmt.
Wer den Kalender hält, bestimmt, wann eine ganze Welt in die Löcher geht — und wann sie wieder heraus darf.
Die Ableser — Spottname auf der Straße, weil man ihnen unterstellt, bloß Zahlen vorzulesen statt zu weissagen. Der Spott trifft ins Schwarze, und niemand weiß es. Der Orden hat den Namen mehrfach verbieten lassen und ihn damit unsterblich gemacht.
Die Zunge — so nennen sie das Gerät. Auf Achais spricht es einmal im Jahr, auf dem Festland schweigt es und zeigt nur Zeichen. Seit Generationen versuchen sie, es zum Sprechen zu bringen. Was das für die bedeutet, an denen sie es versuchen, ist der Grund, warum man vor dem Zirkel den Blick senkt.
Schrift. Auf dem Festland gibt es keine gemeinsame Schrift außer der seinen, und die ist von den Zeichen der Zunge abgekupfert. Vollständig liest sie nur der Orden. Die Schließerzunft darf eine verkürzte Fassung, die Zunftschrift — genug für Namen, Zahlen, Hallenzeichen und die Bücher der Hallen, zu wenig für ein Ordensbuch. Das ist so gewollt, und die Gegenleistung ist, dass der Orden in jedes Hallenbuch sehen darf. Sonst heißt Lesenkönnen, dem Orden etwas gestohlen zu haben.
Wie man sie nennt. Im Alltag heißt es der Orden — das Ordenshaus, der Ordenspalast, die Ordensschrift, ein Ordensmann. Der Zirkel der Stunde ist der förmliche Name; auf der Straße benutzt ihn niemand. Beides meint dasselbe.